Die Aufbruchstimmung lockte Lehrer an

JEVER/WAN Mit den Studiendirektoren Karin und Norbert Neubauer sowie Dr. Martin Lichte gehen zum Ende des Schuljahres gleich drei sogenannte Urgesteine das Mariengymnasium zu Jever in Pension. Während die Eheleute Neubauer im August 1976 hier ihren Dienst antraten, übernahm Lichte im Juni 1996 hier nach 15 Jahren in Nordenham das Amt des stellvertretenden Schulleiters.
Die Neubauers wählten die Kleinstadt bewusst, weil zu Beginn ihrer Dienstzeit die Einführung der reformierten Oberstufe am MG für eine regelrechte Aufbruchstimmung gesorgt hatte, aber auch weil hier die Verknüpfung von Beruf, Alltagsleben und die Verbindung zu den Eltern weitaus enger als in einer Großstadt war. Norbert Neubauer bedauert nur, dass sein drittes Fach, die Astronomie, einer Reform zum Opfer fiel.
Um so engagierter ging der Mathematiker und Physiker seit dem 7. Januar 1987 die Aufgaben des Oberstufenkoordinators an. Es gab immer wieder Reformen, von denen manche allerdings geräuschlos im laufenden Betrieb umgesetzt wurden. Wobei das Netzwerk von bis zu 30 Oberstufenkoordinatoren auch gegenüber „denen da oben“ manche praxisferne Anordnung ausbügelte.
Aber auch Ehefrau Karin, ebenfalls bald 65 Jahre alt, hat nicht nur Mathematik und Chemie unterrichtet, denn seit 1999 wirkte sie außerdem als Fachleiterin für Mathematik am Studienseminar Wilhelmshaven und es gibt längst etliche Absolventen von dort, die sie inzwischen als Kollegen am MG erleben durfte. Stolz ist sie im Übrigen darauf, dass es gelang, das Fach Chemie zu einem gern gewählten Fach zu machen.
Welch enorme Umbrüche alle drei in ihrer Zeit hier erlebt und erheblich mitgeprägt haben, schilderte Martin Lichte, der selbst Englisch und Erdkunde unterrichtete. Ob Computer im Unterricht, ob Inklusion – das MG war in vielem Vorreiter. Die Schule habe sich wie auch die Gesellschaft seit Mitte der 90er Jahre völlig verändert, wobei der Wandel zur Ganztagsschule noch einmal einen großen Wandel bedeutete. Unverändert geblieben ist dagegen die herausgehobene Stellung des MG im Schulschach, an der Lichte mit seiner eigenen Schach-Leidenschaft prägenden Anteil hatte.
Gemeinsam wirkten die Drei zudem im schuleigenen Bauausschuss an etliche großen Neu- und Umbauten der letzten Jahre mit. Für Hobbies blieb da oft wenig Zeit, die aber widmeten die Neubauers einem exquisiten Schatz: ihrem 1960er RollsRoyce „Silver Cloud“. Lichte dagegen bereist besonders gern Südamerika und will das nun verstärkt tun. Eines werden alle Drei aber dezidiert nicht vermissen: das Korrigieren von Klassenarbeiten. Bleibt die Charakterisierung durch Karin Neubauer festzuhalten: „Das Mariengymnasium ist eine Traditionsschule, die aber den Weg in die Moderne geschafft hat, ohne ihr Gesicht zu verlieren.“

Autor : Wolfgang A. Niemann

Entlassungsfeier – Mariengymnasium Jever verabschiedete in der Stadtkirche den Abitur-Jahrgang

FOTO: Kim Nia Nolle (v.l.), Mustafa Fakhro und Hanna Maria Paul werden aufgrund ihrer herausragenden fachlichen und gesellschaftspolitischen Leistungen für die Studienstiftung des Deutschen Volkes vorgeschlagen

JEVER/WAN Politische Appelle und Abschiede prägten an diesem Donnerstag die Entlassungsfeier für die 120 frischgebackenen Abiturienten des Mariengymnasiums zu Jever in der Stadtkirche.
„Sie haben es geschafft“ beglückwünschte Schulleiter Frank Timmermann die Ex-Schüler und würdigte zwei weitere Akteure, für die es das letzte Abitur war. Seinem Stellvertreter Dr. Martin Lichte bescheinigte er, dass er „bei Lichte betrachtet, die allgemeine Pensionsreife nach G 21“ erreicht habe. Stehende Ovationen folgten dann bei der Feststellung: Eigentlich ist ein Abi ohne Norbert Neubauer gar nicht vorstellbar.“ Der Oberstufenkoordinator geht nach 30 Jahren in den Ruhestand.
Dann erinnerte Timmermann an sein eigenes Abitur vor 40 Jahren. Damals sei es undenkbar gewesen, die Fortschritte der EU in Frage zu stellen. Am Mariengymnasium aber sei neben der fachlichen auch stets die gesellschaftspolitische Kompetenz gefördert worden. Dazu passten seine mahnenden Worte: „Oft glauben wir zu viel und hinterfragen zu wenig.“
Bürgermeister Jan Edo Albers, selbst einst MG-Abiturient, lobte dieses besondere Engagement des MG ebenfalls, während Susanne Schneider in ihrer Rede seitens des Lehrerkollegiums die Werte der EU beschwor. Sich für ein Europa der Aufklärung zu entscheiden mit Demokratie, Toleranz und Frieden müsse ein Ziel sein. Und es gab viel Beifall für ihre Aufforderung: „Nicht schweigen, lasst von Euch hören!“
Namens des Abiturjahrgangs 2017 verabschiedeten sich Felix Veitl und Niels Onken mit geschliffenen satirischen Worten. Ihre Feststellung „Wir hatten eine gute Zeit“ erntete prasselnden Beifall. Zur Zeugnisausgabe gehörten dann die Auszeichnungen für besondere Leistungen und da wurden neben etlichen anderen Mustafa Fakhro und Hanna Maria Paul für ihr vielfältiges herausragendes Engagement geehrt. Letztere hatte zudem mit der Gesamtnote 1,1 auch die beste Abiturleistung. Knapp dahinter mit 1,2 lag Kim Nia Nolle. Die Beiden wie auch Fakhro werden nun vom MG für die Studienstiftung des Deutschen Volkes vorgeschlagen.

Musik – Sommerkonzert des MG in voll besetzter Stadtkirche

JEVER/WAN Als das diesjährige Sommerkonzert des Mariengymnasiums zu Jever in der voll besetzten Stadtkirche am Sonnabend in riesigem Beifall endete, konnte Schulleiter Frank Timmermann nur noch überwältigt feststellen: „Was für ein Talentschuppen unsere Schule ist!“
Schon die Bläserklasse 5b sorgte mit dem „Trumpet Voluntary“ für einen vielversprechenden Auftakt und die Bläser der 6b standen dem mit ihrem „Beatles-Medley“ ebenso wenig nach wie die Bläser-AG mit Rock und Pop. Sämtliche Bläser übrigens unter Leitung von Frank Roloff. Ansonsten aber war Gesang Trumpf und da überzeugten die mg-voices unter Leitung von Frauke Harland hervorragend abgestimmt mit Ohrwürmern wie „I see Fire“ oder dem bewegenden „Say Something“, bei dem Paula Gerdes und Van Anh Phan Nguyen als Solistinnen beeindruckend mit ihren ausdrucksstarken Stimmen harmonierten.
Der Lehrerchor aber glänzte nicht nur als stimmstarkes Ensemble, er machte sich auch gewissermaßen verdächtig, was da kurz vor Schuljahresende für Sehnsüchte um sich greifen: Gleich dreimal besangen die Pauker den Sommer und das gipfelte in der Textzeile: „Sommer ist, was in deinem Kopf passiert.“


Doch dieses MG-Konzert war nicht nur eines der besten der letzten Jahre, es unterschied sich in einem Punkt auch wesentlich gegenüber der bisherigen Tradition. Immer wieder hatte es da herausragende weibliche Stimmen gegeben, diesmal jedoch waren es gleich zwei Sänger, die für Jubel und Zugabenrufe sorgten. Da begeisterte zunächst Piet Thiesing als Vokalist der Pop-Combo der Musikschule, als er mit souveräner männlicher Stimme den John Legend-Hit „All of me“ darbrachte.
Für den heftigsten Alarm in der selbst dafür akustisch bestens geeigneten Stadtkirche aber sorgte die Rock-AG unter Leitung von Dr. Markus Gärtner. Schon der schwer rollende Rocksong „Purple Sun“ war eine starke Eigenkomposition und wurde mehrstimmig vorgetragen. Vorm Finalgesang aller Beteiligten mit Bruno Mars‘ „Count on me“ aber erlebte das Publikum den umjubelten Höhepunkt des Abends mit dem zweiten Auftritt der Rock-AG.
Dazu ertönte mit Sänger Milo Rose bei den weiteren Eigenkompositionen „I am here“ und „Heavy Rain“ ebenso kraftvoll wie souverän eine ungeheuer talentierte Rockröhre. Dazu spielte die Band wie aus einem Guss und nur eines enttäuschte schließlich ein wenig: die vielen Rufe nach Zugaben blieben unerfüllt.
FOTO: die „mg-voices“ unter Leitung von Frauke Harland überzeugten auch in diesem Jahr mit fein abgestimmten Gesängen

Ehemalige Persönlich : Professor Dr. Dr. Hiltraud Casper-Hehne

FOTO: stv. Schulleiter Dr. Martin Lichte, Jan Edo Albers (Ehemaligenverein), Uwe Knieling (Ehemann der Professorin), Professor Dr. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Dr. Matthias Bollmeyer, Renate Janßen-Nienann, Peter Tolksdorf (alle Ehemaligenverein)

JEVER/WAN Das Mariengymnasium zu Jever sei eine „exzellente Schule“, an der sie optimale Grundlagen für ihren Berufsweg mitbekommen habe. So voller Lobes eröffnete Professor Dr. Dr. Hiltraud Casper-Hehne ihren Auftritt in der Aula des MG am Mittwochabend.

1976 hatte sie hier ihr Abitur gemacht und schon im Interview in der Reihe „Ehemalige persönlich“, das Dr. Matthias Bollmeyer vom Verein der Ehemaligen des Mariengymnasiums 2016 für die Vereinszeitschrift „Die alte Schulglocke“ mit ihr geführt hatte, lobte sie vor allem die hier erfahrene offene Sichtweise. Inzwischen ist Caspar-Hehne Vizepräsidentin der Georg-August-Universität Göttingen, die nicht zuletzt wegen ihrer Weltoffenheit unter den Top Ten der deutschen Hochschulen stehe.
Vor zahlreichen Zuhörern schaltete sie in der Aula zunächst „den Werbeblock“ ein, wie sie es selbst bezeichnete, in dem sie etliche Vorzüge der 1737 im Geiste der Aufklärung gegründeten Universität herausstrich. Die sei inzwischen zur Stiftungsuniversität umgewandelt worden, was größere Unabhängigkeit von ministeriellen Vorgaben bedeute. Mit Stolz wies sie im Übrigen darauf hin, dass ein Viertel aller Professoren Frauen sind und drei aktive Nobelpreisträger in Göttingen lehren.
Ihr zentrales Thema aber gilt – schon angeregt während ihrer MG-Jahre – der Interkulturellen Germanistik. Deshalb trug ihr Vortrag denn auch den Titel „Deutschland als Migrationsgesellschaft: Sprache als zentraler Schlüssel für Inklusion – Herausforderungen für Schule und Hochschule“. Eine Migration in unser Land gebe es seit den 50er Jahren, seit 2015 aber seien rund 1,2 Millionen Geflüchtete aus Kriegsgebieten hinzugekommen. Da sei eine Inklusion schon deshalb unerlässlich, weil über die Hälfte von ihnen unter 25 Jahre alt sei.
Es reiche jedoch nicht, diesen Menschen allgemeine Sprachkenntnisse zu vermitteln, damit sie z.B. auf dem Markt einkaufen können. Vielmehr gehe es um Sprache als Schlüssel zum Bildungserfolg und hier insbesondere Sprachenförderung seitens der Ausbildenden. Es gehe also darum, die universitäre Lehramtsausbildung so umzustellen, dass ein Fachunterricht möglich werde und die Fachlehrer die Migranten nicht wegen unzulänglicher Sprachkenntnisse in reine Sprachlernklassen abschieben.
Es gelte, Sprache und Fächer wie Mathematik, Biologie und dergleichen „zusammenzudenken“. Mit den Göttinger Aktivitäten inklusive eines Datenbankkonzepts sei Niedersachsen inzwischen Vorreiter bei dieser innovativen Lehrerausbildung. Caspar-Hene steht selbst außerdem einer „Task Force Geflüchtete“ vor, die sich mit dem Ziel der Fachsprachenförderung den derzeit rund 250 Akademikern unter den Geflüchteten an der Göttinger Universität zu widmet. Zur Förderung dieser Integration ins Studium habe man außerdem ein Ehrenamtliches „Service Learning“-Programm ins Leben gerufen. Für diese akademische Geflüchtetenhilfe gebe es bereits 500 Meldungen seitens der Studenten.
Ihre Ausführungen wiederholte die gebürtige Jeveranerin am Donnerstagvormittag vor Schülern der Oberstufe. Dazu gehörte auch noch einmal das Lob für das MG und der „Werbeblock“ für ihre Universität.

Autor : Wolfgang A. Niemann

Ehemalige persönlich: Vortrag mit Hiltraud Casper-Hehne

Der Vereinsvorstand konnte unser Mitglied Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Hiltraud Casper-Hehne, Germanistin und Vizepräsidentin für Internationales an der Georg-August-Universität Göttingen, als Referentin gewinnen. Nachdem sie in der Sommerausgabe 2016 unserer Vereinszeitschrift „Die alte Schulglocke“ über ihren Werdegang und ihre Tätigkeiten im Rahmen der Reihe „Ehemalige persönlich“ berichtet hatte, steht sie im März 2017 für zwei Vorträge zur Verfügung. Der öffentliche Abendvortrag zum Thema „Deutschland als Migrationsgesellschaft: Sprache als zentraler Schlüssel für Inklusion – Herausforderungen für Schule und Hochschule“ findet am Mittwoch, 1. März 2017, ab 19.30 Uhr in der Aula des Mariengymnasiums statt. Am nächsten Vormittag folgt ein Vortrag für Schülerinnen und Schüler der Schule.

Alle Ehemaligen und Gäste sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen finden Sie vor den Veranstaltungen unter www.ehemalige-mgjever.de.

Hiltraud Casper-Hehne studierte nach dem Abitur Germanistik, Geschichte und Anglistik für das gymnasiale Lehramt an der Technischen Universität Braunschweig und wurde 1986 mit einer Arbeit über die Sprache der bündischen Jugend und die deutsche Jugendbewegung in der Weimarer Republik promoviert. Darin klärte sie auf, wie die Jugendlichen vom Nationalsozialismus infiltriert waren und problemlos gleichgeschaltet werden konnten.

Bereits als Doktorandin arbeitete sie am Institut für Bauwirtschaft der Technischen Universität Braunschweig und kam über dort bearbeitete Bauprojekte für China in Kontakt mit der chinesischen Sprache, Kultur und Gesellschaft. Während der Zeit der ersten politischen Öffnung Chinas in den Jahren von 1986 bis 1988 arbeitete Hiltraud Casper-Hehne als Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Shanghai und war an der Ausbildung von Dolmetschern beteiligt. In dieser Zeit erlebte sie vor der Wende in der DDR in Shanghai auch ganz selbstverständlich das gemeinsame Leben von west- und ostdeutschen Studenten.

Mit dem Blick aus China auf die eigene Heimat entwickelte sich ihr Interesse an Fragen der Interkulturalität stetig weiter. Als Leiterin der Abteilung Deutsch als Fremdsprache in Braunschweig wurde Hiltraud Casper-Hehne mit einer Arbeit über interkulturelle deutsch-amerikanische Kommunikation habilitiert und anschließend im Jahr 2004 als Professorin an die Georg-August-Universität Göttingen berufen. Dort gründete sie mit fünf Mitarbeitern die Abteilung für Interkulturelle Germanistik.

Hiltraud Casper-Hehne hat in ihrer Abteilung einen deutsch-chinesischen Doppelstudiengang geschaffen und beschäftigt sich dort besonders mit Fragen der Interkulturalität in Bezug auf Deutsch als Fremdsprache, Interkulturelle Kompetenz und internationale Schreibkompetenz. In diesem Zusammenhang ist sie auch an Konzepten für Sprachförderung und Inklusion im Rahmen der Lehrerausbildung beteiligt.

Im Jahr 2009 wurde sie zur Vizepräsidentin für Internationales der Georg-August-Universität Göttingen gewählt. 2010 erhielt sie für Ihre Verdienste die Ehrendoktorwürde der Beijing Foreign Studies University und gehört seit 2014 dem Sachverständigenrat zur Entwicklung einer Chinastrategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an. Kürzlich war sie als Expertin zudem Mitglied in einer Delegation für eine China-Reise der niedersächsischen Landesregierung.

Autor: Dr. Matthias Bollmeyer

Ehemalige stiften Mariengymnasium Tischtennisplatten

SPENDE Große Freude bei den Schülern über die neue Anschaffung für den Schulhof
JEVER/LE – Für die Schüler des Mariengymnasiums in Jever beginnt das Jahr mit einer neuen Attraktion auf dem Schulhof. Mithilfe der VR-Stiftung der Volksbank konnte der Verein der Ehemaligen des Mariengymnasiums zu Jever dem Wunsch nach einer Tischtennisplatte nachkommen.
Die pädagogische Mitarbeiterin Kerstin Land ist der Meinung, dass die Kinder ihre Pausen sinnvoll und mit möglichst viel Bewegung gestalten sollen. So kam ihr die Idee für eine Tischtennisplatte, die sie dann beim Verein der Ehemaligen beantragt hat. „Ich freue mich sehr, dass wir das umsetzen konnten und aus dem Wunsch nach einer Tischtennisplatte sogar zwei geworden sind“, sagte Kerstin Land gestern bei der offiziellen Bekanntgabe. Auch Schulleiter Frank Timmermann ist dankbar für die regelmäßige Unterstützung des Vereins. „Die Schule kann leider nicht alles finanzieren und ist deshalb auf Sponsoring angewiesen“, erläuterte Timmermann.
„Die geforderte Konzentrationsfähigkeit und die Bewegung beim Tischtennisspielen kommen den Kindern zu Gute“, erklärte die Vorsitzende des Vereins der Ehemaligen, Renate Janßen-Niemann. Die enge Zusammenarbeit mit dem Verein ermöglichte neben den Tischtennisplatten schon weitere Anschaffung, wie zum Beispiel einen Tischkicker.
Finanziert wird der Verein von Mitgliedsbeiträgen und durch Spenden. Schulleiter Frank Timmermann hofft auch in Zukunft auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Verein der Ehemaligen zugunsten der Schüler.
Autor: Jeversches Wochenblatt vom 17.01.2017

MG-Schüler erhält Jugendehrenamtspreis des Lions Club Jever

JEVER/WAN Zum vierten Mal vergab der Lions Club Jever am Mittwoch den Jugendehrenamtspreis. Als Preisträger 2016 wurde der 18-jährige Mustafa Fakhro in einer Feierstunde im jeverschen Kino ausgezeichnet. Die Urkunde dazu ist mit 500 Euro dotiert.
Zehn Vorschläge aus den städtischen Vereinen habe es gegeben, erläuterte Martin Schadewald dazu. Die Frage sei gewesen, was war noch besser als gut.

FOTO: Lara Terhardt (v.l.), Mustafa Fakhro und Anna-Lena Schulz wurden beim Jugendehrenamtspreis des Lions Club Jever von Martin Schadewald, Dr. Peter Pietsch und Manfred Folkers ausgezeichnet.

Dass die Wahl auf Mustafa Fakhro fiel, sei angesichts der Liste von herausragenden ehrenamtlichen Leistungen aber quasi ein Selbstläufer gewesen, betonte der LC-Präsident des letzten Jahres.
„Da habt Ihr genau den Richtigen ausgesucht“, zitierte er Landrat Sven Ambrosy, der Fakhro als engagiertes Kreisschülerratsmitglied zu schätzen weiß. Der Schüler nahm an Seminaren teil und nutzte auch an diesem Abend die Gelegenheit, für das Jugendparlament des Kreises zu werben, das im kommenden August gewählt wird. Seit Jahren aber engagiert sich der angehende Abiturient bereits am Mariengymnasium zu Jever, wo er wichtige Projekte ins Leben rief. Dazu gehörte neben den Mittelstufenparties ein Volleyball-Turnier und die Einführung des digitalen Schülerausweises.
Am MG aber auch sonst hat er sich außerdem zugunsten der Flüchtlinge hervorgetan. Hier würdigte Schadewald insbesondere die Arbeit als Integrationslotse und die gezielte Hilfe für eine Familie. Herausragend sei bei diesem Thema außerdem seine Mentorenrolle gewesen, in der er mit weiteren Schülern des MG zwei große Vorstellungsveranstaltungen im Bürgerhaus Schortens für hier untergekommene Flüchtlinge als Mentor organisierte und begleitete. Und ganz nebenher bleibe dann noch Zeit für das Singen im Chor seiner Schule.
Fakhro ist im Übrigen auch Schülersprecher des MG und seine Vorgängerin war Anna-Lena Schulz. Die erhielt an diesem Abend aus den Händen des amtierenden LC-Präsidenten Manfred Folkers den mit 150 Euro dotierten Sonderpreis „Lions/Leos“ für dieses Wirken an der Schule wie vor allem auch für ihre ehrenamtlichen Leistungen als Motor des Leos Clubs „Achtern Diek“.
Für den Sonderpreis „Sport“ lobte eingangs Dr. Peter Pietsch als Laudator Lara Terhardt. Die erst 16-Jährige ist ebenfalls Schülerin am MG mit dem klaren Berufsziel als Sportlehrerin. Schon jetzt wirkt die Turnerin des MTV Jever ehrenamtlich als Übungsleiterin, Wettkampfrichterin und Projektleiterin. Auch sie bekam 150 Euro zur Urkunde, während die übrigen sieben Vorgeschlagenen jeweils einen Büchergutschein über 25 Euro erhalten. Die Feierstunde mündete dann in den gemeinsamen Genuss des Rob-Reiner-Films „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Jack Nicholson und Morgan Freeman.

Autor : Wolfgang A. Niemann

Statt Weihnachten erlebte Hutham Chanukkah

JEVER/KIRYAT GAT/WAN Statt Weihnachten erlebte Hutham Hussein aus Jever dieses Jahr Chanukkah, dieses achttägige jüdische Lichterfest begann am 24. Dezember. Die 18-Jährige absolviert seit dem 1. September ein Freiwilliges Jahr im Kinderheim „Neve Hanna“ in der israelischen Wüstenstadt Kiryat Gat.

Sie hatte von diesen Einsätzen an ihrer Schule gehört, als Antje Naujoks im Herbst 2014 als Ehemalige des Mariengymnasiums zu Jever über ihre langjährige Arbeit dort in der Negev-Wüste einen Vortrag hielt. Hutham begeisterte sich sofort für ein solches Volontariat und durchlief nach ihrem Abitur im Juni sämtliche Auswahlprüfungen mit Bravour (die WZ berichtete).

FOTO: Hutham Hussein (links) bei den Vorbereitungen mit Antje Naujocks in Jever

Antje Naujoks, selbst aus Jever stammend, unterstützte sie natürlich und ist auch jetzt im Bedarfsfall eine stets hilfreiche Anlaufstelle. Sie arbeitet seit vielen Jahren für das 1974 von der deutschstämmigen Pädagogin Hanni Ullmann gegründeten Kinderheim, wohnt allerdings in der Wüstenmetropole Beer-Sheeva. Sie ist auch diejenige, die am 26. Dezember für ein deutsch-jüdisches Chanukkah-Fest als „Channunachten“ für Juden, Muslime und Christen in ihrem Zuhause sorgte.

Allerdings erklärt Hutham in ihrem ersten Bericht aus Kiryat Gat, dass ihr Weihnachten nicht fehlt, schließlich hat sie – wie schon ihr Name vermuten lässt – einen muslimischen Vater. Da sie selbst aber gar keiner Religion angehört, gibt es da auch keinerlei Reibeflächen zu den Menschen um sie herum. Dass sie durch ihren einst aus Palästina geflüchteten Vater jedoch Arabisch spricht, hat sich als großer Vorteil herausgestellt.

In dem Kinderheim, das sich Kindern aus schwierigen bis völlig gestörten Familienverhältnissen widmet, von deren rund 80 zwischen sechs und 18 Jahren die Hälfte ganz dort wohnt, gibt es neben Hebräisch sprechenden jüdischen Kindern auch etliche aus der nahen Beduinenstadt Rahat. Und nicht nur die sprechen Arabisch, auch zwei Erzieher, mit denen sie zusammenarbeitet, sprechen diese Sprache. Was gerade am Beginn ihrer Zeit so manche Unklarheiten einzuebnen half.

Spannend aber fand Hutham all das Neue von Anfang an. So gibt es vier verschiedene Arbeitsstationen für die Volontäre, unter anderem die Küche und den Streichelzoo. Huthams erster Einsatz aber erfolgte in der Bäckerei, was ihr trotz des frühen Aufstehens viel Spaß machte. Brot und Kekse werden dort gebacken und die Bäckerei erfreut sich auch bei den zahlreichen Besuchern großer Beliebtheit. Wie üblich ist Hutham nach drei Monaten zu einer anderen Station gewechselt und arbeitet derzeit im Garten.

Die eigentliche Arbeit aber, wegen der sie dieses ja vor allem Abenteuer eingegangen ist, widmet sich der mit ihrer Kindergruppe. Diese Tageshortgruppe, die also nach der Schule ins Heim kommt, erhält hier neben einem warmen Mittagessen, Hilfe bei den Hausaufgaben sowie Sport- und Spielangebote wichtige Therapieangebote. Die von Hutham betreute Gruppe heißt „Nativ LaShalom“, was so viel wie „Pfad des Friedens“ heißt, und die ist etwas Besonderes, denn hier sind jüdische und muslimische Kinder aus der Beduinenstadt gemischt, die aber allesamt Israelis sind.

Inzwischen hat Hutham mit Freuden eine Menge Hebräisch gelernt und dank einer großartigen Hebräisch-Lehrerin kann sie die uralte Sprache sogar bereits auch lesen und schreiben. Insgesamt sei das Volontariat eine großartige Sache, auch wenn man schwer gefordert werde: „Aber wenn man sieht, dass man den Kindern etwas Gutes tut, ist die ganze Anstrengung wie weggeblasen.“

Das Heim wurde übrigens im September mit der „Goldenen Taube des Friedens“ im Namen von Gleichstellung, Demokratie und Menschenwürde ausgezeichnet. Diesen Preis, der anlässlich des 60. Jahrestages der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte der UN 2008 geschaffen wurde, haben vor Neve Hanna unter anderem Nelson Mandela, Greenpeace, Barack Obama und der Dalai Lama bekommen.

Autor und Fotograf: Wolfgang A. Niemann